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Château Pichon-Longueville Comtesse de Lalande 1996
3 Bilder
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Château Pichon-Longueville Comtesse de Lalande 1996

2e cru classé - - - Rot - Einzelheiten
Parker | 97
R. Gabriel | 19
J. Robinson | 17.5
Decanter | 95
Wine Spectator | 92
Vinous - A. Galloni | NM96
The Wine Independent | 97
Vinous Neal Martin | 96
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Bewertungen und Rating

96

/100

Robert Parker

Robert M. Parker, Jr.

Der 1996er Pichon-Lalande ist aus der Flasche ebenso großartig wie bei mehreren Fassverkostungen. Für Pichon-Lalande ist der Anteil an Cabernet Sauvignon ungewöhnlich hoch. Normalerweise enthält dieser Wein 35–50 % Merlot in der Cuvée, doch der 1996er besteht aus 75 % Cabernet Sauvignon, 15 % Merlot, 5 % Cabernet Franc und 5 % Petit Verdot. Nur 50 % der Produktion des Gutes gelangten in den Grand Vin. Die Farbe ist ein sattes Rubin/Violett. In der Nase zeigt sich süßer, nahezu überreifer Cabernet Sauvignon mit Aromen von Blaubeere/Brombeere/Cassis, verwoben mit hochwertigem, subtil geröstetem neuem Eichenholz. Tief und vollmundig, mit fabelhafter Konzentration und einer süßen, opulenten Textur, sang dieser Wein bei meiner Verkostung im Januar in vollkommener Harmonie. Angesichts des ungewöhnlich hohen Anteils an Cabernet Sauvignon vermute ich, dass er sich verschließen wird. Er besitzt reichlich Tannin, doch die überwältigende Fruchtfülle dominiert seine Persönlichkeit. Erwartete Trinkreife: 2004–2025.

95

/100

Decanter

Ich habe von diesem Jahrgang von Pichon Comtesse schon bessere Flaschen gehabt, und in dieser Reihe stach Pichon Baron hervor. Dennoch ist dies ein brillanter Wein, der zu Recht zu den besten des Jahrgangs gezählt wird. Voller konzentrierter Aromen von Brombeere und Schwarzer Johannisbeere, dazu süßer Zedernholz- und Safranwürze beim Öffnen, sanfte Süßholzwurzel und angekohlte Eiche im Abgang. Ein höherer Anteil Cabernet Sauvignon in der Flasche als in den meisten Jahren (zumindest damals), was dazu beigetragen hat, dass er verlockend fest geblieben ist. 50 % der Produktion gingen in den Erstwein.

18

/20

Jancis Robinson

Julia Harding MW

75 % Cabernet Sauvignon, 15 % Merlot, 5 % Cabernet Franc, 5 % Petit Verdot – hoher Anteil an Cabernet Sauvignon, weil man in diesem Jahr in den Cabernet-Parzellen Körper und Seidigkeit fand, die sonst meist vom Merlot kommen. Mein Lieblingswein dieser Verkostung. Hochparfümiert – floral, kräutrig und Cassis, dazu eine dunkle Süße und sehr wenig tertiäre Aromen. Einladend. Komplex und reif. Trocken, fein und äußerst fließend. Duftiges Mittelgaumenprofil und sehr gute Länge. Sehr geradlinig und „mitten im Mund“. Elegant, frisch und lebhaft. Mehr Leben vor sich als der 1998er. „Sehr Pauillac und sehr Pichon“, sagt Kellermeister Thomas Dô Chi Nam. Mineralisch. Endet frisch und lang mit feiner Tanninreibung. Lang, wenngleich der Abgang zart ist. Später: Kaffeenote. Köstlich. (JH)

96

/100

Vinous

Neal Martin

Der 1996 Pichon-Lalande zählt seit Langem zu meinen Lieblingsweinen dieser Epoche. Eine Cuvée aus 75% Cabernet Sauvignon, 15% Merlot, 5% Cabernet Franc und 6% Petit Verdot, mit einer geradezu typischen Pauillac-Nase: sehr intensiv, brillant und klar konturiert, mit reinen Aromen von Brombeere, Graphit und Minze, die aus dem Glas strömen. Am Gaumen scheint er sich in den letzten ein, zwei Jahren leicht abgerundet zu haben, und die Tiefe ist beeindruckend. Dichte, schwarze Frucht, von Zedernholz durchzogen, mit Anklängen von Espresso und Leder, entfaltet sich bis in das griffige Finale, das gerade beginnt, mehr sekundäre Aromen von Salbei und Gewürzen im Nachhall zu zeigen. In vielerlei Hinsicht kündigt der ’96er den Stil an, den Nicolas Glumineau heute verfolgt. Brillant. Verkostet bei einer Vertikalprobe auf dem château.

97

/100

Jeff Leve

Leve Jeff

Wahrscheinlich auf voller Reife ist dies ein hinreißender Pauillac. Reich, geschmeidig und konzentriert zeigt die Nase eine Fülle von dunkler Johannisbeere, Tabakblatt, Zigarrenkiste, Gewürzen, Brombeere, pfeffrigen Kräutern und Leder. Am Gaumen ist er sogar noch besser, mit seidigen Texturen, Länge und weichen, üppigen, erdigen, tabaknuancierten Fruchtaromen, die nachhallen. Aufgemacht und eingeschenkt, zeigte er sich vom ersten Moment an großartig.

19

/20

René Gabriel

97: Fassprobe (18/20): Wuchtiges, ausladendes Pauillac-, Cabernet-Bouquet, viel Cassis, Heidelbeeren, sanfte, florale Würznote. Mundfüllender, weicher Gaumen, viel Aromatik, betörende Reife in den sich mollig anfühlenden Gerbstoffen. Ein frühreifer Charmeur. Im Mai 1997 wieder auf dem Château nachdegustiert: Habe ich ihn unterbewertet? Andere Weinjournalisten loben ihn in den höchsten Tönen. Mir fehlt irgendwie die Kraft und die Tiefe. Die Nase hat zwar viel Druck und dieser stammt wohl aus sehr alten Merlot-Reben, aber im Gaumen dürfte er etwas konzentrierter sein, um all die überhohen (?) Wertungen zu verdienen. Ich bleibe (noch) bei 18/20 Punkten. 00: Bei zwei Gelegenheiten degustiert. Beide Male Korken! Bahnt sich hier ein ähnliches Problem wie damals beim Pichon-Lalande 1986 an? 03: Auch im Bouquet erstaunlich jung, noch reduktiv, recht konzentriert. Im Gaumen für einen Pi-Co-La erstaunlich kräftig, ja schon fast muskulös, immer noch gute Reserven zeigend und somit auf die effektive Genussreife wartend. (18/20). 05: Delikates, grossartiges Bouquet, Mahagoninoten, Kandisnoten, Schwarztee, sehr edel, tiefgründige Terroir- und Rauchnoten, im zweiten Nasenansatz zeigen sich feine Kräuter und sogar Spuren von frischem Eucalyptus, Korinthen, Dörrbananen. Stoffiger, lang gezogener Gaumen, seidige und doch muskulöse Gerbstoffe, Maulbeeren, enorme Konzentration, trägt noch ein riesiges Potential in sich und wird sicherlich einmal zu den ganz grossen 1996er im Médoc gehören. Hat seit den der ersten Fassproben eher zugelegt. (06: Würziges Bouquet, grüne Pfefferschoten, Lakritze, sanft grasig, Lakritze, legt zu an der Luft und zeigt viel Finessen vom Nasenbild her. Saftiger, sehr fein gewobener Gaumen, seidige Tannine, schwarzbeerig und wieder einen leicht unterreifen Cabernetton zeigend, dahinter viel Reserven, druckvolles, sehr lange nachklingendes Finale. Wird trotz seiner Grösse immer eine leicht kühle Ausstrahlung zeigen. (19/20). 07: Mittleres Granat, wenig Reifetöne. Tiefwürziges Bouquet, Rauchtöne, Korinthen, Teer, Havannatabak, getrocknete Backpflaumen, Graffit, Zedern, unerhört intensiv. Saftiger, lang gezogener Gaumen, die Gerbstoffe sind fast schon integriert und die Adstringenz fein stützend und der Muskulatur Fleisch verleihend, dunkles Caramel im Finale. Hier paaren sich Finesse, Kraft, Terroir und eine bestechende Vinifikation! 09: In der ersten Reife, selten war ein Pichon-Lalande so dicht und zeigte so viel Druck im Finale. 09: Eine Impériale: Etwas zu früh und doch nicht schade. Einfach so getrunken, zeigte er noch mollige Reserven, aber sobald iwr etwas dazu assen, passte sich der Wein wunderschön an! Also definitiv erster Trinkgenuss. (19/20). 11: Mittleres Granat. Geniales, verschwenderisches süsses Bouquet, Cassisnoten und ein Hauch würziges Geraniol, Kandis, zeigt sich offen und spontan. Saftiger Gaumen, ein Tanz zwischen roten und blauen Beeren, geschmeidig und mit homogenem, traumhaft balanciertem Fluss. Man muss aufpassen, dass man das Glas nicht hemmunglos in einem Zug leert. (19/20). 12: Eine gigantische Impérialeflasche in Zürich im Zunfthaus zur Waage. Eine süsse Erotik versprühend, Caramel. Delikate Tannine, parfümiert, Kandisnoten im berauschenden Finale. Der Wein trinkt sich fast von selbst. (19/20). 14: Magnum. Dunkles Weinrot, noch keine Reifeanzeichen. Das Bouquet duftet nach Brombeeren und ist mit einem erfrischenden Melissentouch ausgestattet, Lakritze und schwarzer Pfeffer. Im Gaumen fleischig, konzentriert, noch Reserven anzeigend. Ist wohl in einer ersten und dann sehr langen Genussreife. Zeigt insgesamt viel typischen Pauillac-Geschmack. (19/20). 15: Magnum. Dunkel mit ersten, feien Reifetönen am Rand. Unglaublich süsses, pflaumiges Bouquet, Sandelholz, dunkle Pralinen, zwischen Endfrucht und aufsteigendem Terroir schwankend. Im Gaumen cremig, samtig, fetter Fluss mit vielen, runden Tanninen, im Finale geht es opulent weiter, extrem nachhaltig. Gehört zu den grossen Pichon-Lalande’s und gibt sich dabei eher klassisch, also auf Médoc-Terroir setzend. (19/20). 16: Magnum. Dunkles, leicht mattes Purpur-Granat, satte Mitte. Extremes Zedernbouquet, Graffitnote, Biermalz, und Lakritze. Also sehr dunkelwürzig, sanft trocken aber eine bemerkenswerte Tiefe anzeigend. Im zweiten Ansatz wunderschöne Röstnoten und durch seine cereale Note an Grahambrot erinnernd, legt ständig neue Aromenschichten frei. Im Gaumen sehr stoffig, sehr dicht und noch leicht mürbe, mit verlangenden Extrakt. Zeigt eine geniale, aber noch reservierte Cabernetaromatik. Bei Essensbegleitung zeigt er ganz sicherlich einen ersten, grossen Genuss. Der Wein wurde aus Magnumflaschen ausgeschenkt und ich frage mich, ob er aktuell aus normalen Flaschen nicht besser geschmeckt hätte. Das wird ein klassischer Pichon-Lalande, der nicht so viel Sex-Appeal hat wie sonst grosse Jahrgänge. Langsam entkorken und dabei ein paar Flaschen auf die Seite legen. (19/20). 16: Sattes, dunkles Weinrot. Würziges, konzentriertes Bouquet, viel Zedern, schwarzer Pfeffer, erste Öffnung und einen grossen Pauillac zeigend. Er wirkt offener als die Magnumflaschen, welche wir am Tag zuvor verkosteten. Im Gaumen stoffig, feinfleischig und eng gegliedert mit sehr eleganten Tanninen, gut balanciert und sensationelle Anlagen für die kommenden Jahre aufzeigend. Die erste Reife kann man vermuten und ist zeitnah zu erleben, das generelle Potential reicht für gut 30 Jahre. (19/20). 16: Malz, Caramel und dunkle Beeren. Das ergibt einen Spass ohne Ende! (19/20). 21: Mittleres Purpur-Granat. Kompaktes, tiefgründiges Bouquet mit Pflaumen, Brombeergelee, Arabica Kaffee und dunklen Edelhölzern. Intensiv zu Beginn, aber dann doch stetig weiter zulegend. Im Gaumen fleischig, festes Extrakt, konzentriert, ausgeglichene, reife Adstringenz, nachhaltiges Finale. Er befindet sich in der ersten Reife und gibt eine weitere Genussgarantie von mindestens 30 Jahren ab. Empfehlung; zwei Stunden Dekantieren. (19/20). 21: Die Farbe ist schon recht aufhellend, innen noch Weinrot, aussen relativ transparent. Geniales Bouquet, Johannisbeeren, viel Zedernduft, Pfeffermehl, Brotkruste, feine Kräuter- aber auch Terroirnoten. Gibt sich sehr vielschichtig und weiss nasal unglaublich gut zu gefallen. Im Gaumen mittelgewichtig, gut balanciert und mit saftigem Fluss unterwegs. Man findet Lakritze aber auch einen feinen, minim grünlich anmutenden Touch, hoch aromatisches Finale. Das ist ein Wein, den man jetzt hemmungslos geniessen kann. Und trotzdem ist/wäre es kein Problem ihn noch zehn weitere Jahre aufzuheben. Ohne Dekantieren geniessen. (19/20).

97

/100

The Wine Independent

Lisa Perrotti-Brown

Der 1996 Pichon Lalande zeigt eine tief granat-ziegelrote Farbe. Er startet zunächst etwas verschlossen und offenbart langsam Noten von warmem Cassis, geschmorten Pflaumen, unverbrannten Zigarren und zerstoßenem Gestein, gefolgt von Nuancen von Räucherfleisch und schwarzen Trüffeln. Am mittelkräftigen Gaumen wirkt er rein, präzise und energiegeladen, mit eleganten, fein gekörnten Tanninen und viel Frische, und endet lang mit mineralischer Prägung. Noch sehr jugendlich, sollte dieser Wein problemlos weitere 15–20 Jahre reifen.

94

/100

La RVF

Atypisch, mit einem ungewöhnlich hohen Anteil an cabernet-sauvignon, zeigt dieser 1996er eine Struktur von offensichtlicher Rasse.

91

/100

Jean-Marc Quarin

Jean-Marc Quarin

Dunkle, gereifte Farbe. Intensive, aromatische Nase mit einer Dominanz reifer Früchte. Beim Entwickeln im Glas zeigt sich jedoch eine weniger reife Note, die an eine vergangene Zeit erinnert. Am Gaumen schlank gestreckt, mit patinierter Textur und hier und da einem Wiederkehren von roten Paprika- und Gewürznuancen. Sehr gut zu Schweinskarree, da es eine leichte Unreife ausgleicht. Mittlere Länge. Bald trinken.

Beschreibung

Ein fruchtiger und delikater Rotwein aus Pauillac

Das Weingut

Das wunderschöne Château Pichon-Longueville Comtesse de Lalande ist seit 1855 ein Second Grand Cru Classé und kann auf eine über dreihundertjährige Geschichte zurückblicken.

Im Jahr 1925 erwarb die Familie Miailhe unter der Führung von Édouard und Louis Miailhe dieses Anwesen am linken Ufer von Bordeaux. May-Eliane de Lencquesaing, die Tochter von Edouard Miailhe, ist ein Symbol für den Weinbau in der Gironde. Sie leitete das Château Pichon-Longueville Comtesse von 1978 bis 2007. Anschließend wurde das Weingut von der Familie Rouzaud erworben, die auch das Champagnerhaus Louis Roederer besitzt.

Der Weinberg

Das Château Pichon-Longueville Comtesse de Lalande ist eine feste Größe unter den Weinen aus Pauillac und bewirtschaftet einen Weinberg in der Nähe der Gironde-Mündung, dessen Böden aus Kieselsteinen auf sandig-lehmigem Untergrund bestehen.

Der Jahrgang

Der Winter war mild und niederschlagsarm. Die milden Monate März und April machen Platz für einen frischen und feuchten Juni, der einige Tropfen mit sich brachte. Der Sommer war warm und wurde von regnerischen Episoden unterbrochen, wobei die zweite Augusthälfte sehr niederschlagsreich war. Der kühle, aber sonnige September begünstigte die langsame und gleichmäßige Reifung der Beeren, insbesondere des Cabernet Sauvignon, bis zur Weinlese, die am 24. September begann.

Assemblage

Cabernet Sauvignon (75%)
Merlot (15%)
Cabernet Franc (5%)
Petit Verdot (5%)

Weinbeschreibung und Empfehlungen für die Verkostung des Château Pichon-Longueville Comtesse de Lalande 1996

Verkostung

Während der gesamten Verkostung entfaltet dieser Wein ein subtiles Zusammenspiel von Kraft und Eleganz durch einen vollen Körper und perfekt integrierte Tannine.

Château Pichon-Longueville Comtesse de Lalande 1996
2.0.0