René Gabriel
01: Extrem dichte Violett-Purpurfarbe, schwarze Reflexe darin. Traumhaftes, klassisches Pauillac-Bouquet, Brombeeren und würziges Terroir, Trüffeltouch, schwarze Edelhölzer. Fleischiger, dichter Gaumen, recht feine Tannine, wiederum eine tolle, reife Cabernet-Aromatik mit viel blauen und schwarzen Beeren, die Gerbstoffe sind im Nachklang noch sanft aufrauhend, geben dem Wein aber einen fast mächtigen Charakter. Top-Wein in der Médoc-Szene, enorm viel Lagerpotential. (18/20). 10: Geniales Bouquet, viel königliche Cabernetwürze, feine Küchenkräuternoten, Brombeeren, schwarze Johannisbeeren, Brazil-Tabak. Königlicher Gaumen, recht feine Gerbstoffe die sich zu einer ausgeglichenen Adstringenz formen, zeigt noch viel Zukunft und gehört locker zu den allerbesten Bordeauxwerten in dieser Preislage. Ein baroker Pauillac! (19/20). 12: Bei einem Diner mit Luzerner Freunden auf dem Weingut. Dicht, verlangend, noch deutlich adstringierend. Man könnte zwar eventuell jetzt beginnen - aber dann verpasst man mindestens die Hälfte von später… (19/20). 14: Momentan ist der Cabernet in einer erdigen Phase, hat viel Rhône-Affinität, warm und doch noch verlangend. Ein ganz grosser Pontet-Canet. Die neuereren, grossen sind teurer, also Augen auf! (19/20). 14: Direkt nach dem Entkorken: Dunkles Weinrot, ganz aussen am Rand erkennt man einen ganz feinen Reifeschimmer. Ziemlich offenes Bouquet, tintige Spuren, dunkle Hölzer, Brazil-Tabak, gibt sich vielschichtig und zeigt das grosse Médoc-Grand-Cru-Bouquet in einer ersten Phase, dahinter erkennt man fein animalische Züge, Rehfleisch und feine Ledernoten. Im Gaumen fest, die süsslichen, nobel ausstrahlenden Tannine zeigen erste Rundungen und sind schon fast gänzlich im herrlich geformten Körper integriert, im Finale Brombeeren und Stielwürznoten. Ein grosser Pontet, welcher aber immer einen gewissen Charakter bewahren wird. Der Jahrgang 2000 wurde ja schon zu Beginn mit dem 1982er verglichen. Genau so wird er aber nicht, er wird sich – vom Geschmack her – eher zu einem klassischen Millessime entwickeln. War schwierig zu dekantieren weil er ein sehr mehliges Depot zeigte. (19/20). Beim Wine & Dine: Unglaublicher Würzduft, viel Zedern, Kaffee, insgesamt mehr Würze wie Frucht. (19/20). 16: Im Sempacherhof. Wow. So viel würzigen Zedernduft habe ich noch selten bei einem Pauillac erlebt. Der Wein hat Kraft und noch weiteres Potential für viele Jahre. Wenn man ihn eine Stunde dekantiert, dann geht es aber jetzt svchon gewaltig los. 17: Auf der Frutt mit Ruedi Bewert. Die Nase war schon erstaunlich zugänglich und voller Süsse mit schier imposantem Volumen. Im Gaumen zeigt er dann schon noch Reserven für später, aber eigentlich ist er jetzt schon in der vollen Genussphase. Ich liebe diesen Stil von Pontet-Canet mehr als die heutigen Jahrgänge. (19/20). 21: Intensives Granat-Purpur, dicht in der Mitte. Das Nasenbild vermittelt in den ersten Sekunden noch viel Frucht. So in Richtung Heidelbeeren, was dann auch gleichzeitig seine Cabernet-Präsenz markiert. Im zweiten Ansatz; Lakritze Black Currant und einen Hauch von kaltem Mocca und frisch gebrochenen Rosmarinnadeln. Fester, verlangender Gaumen, imposante Gerbstoffe anzeigend, welche sich jetzt so langsam abrunden. Ein Pauillac mit Power und Charisma! (19/20). 21: Mitteldunkles Rot mit ziegelrotem Schimmer. Grossartiges Bouquet, Backpflaumen, Zimt, schwarzer Pfeffermehl, Erd-Eistenton, Havanna Tabak, intensiv und vielschichtig zugleich. Im Gaumen noch verlangend und noch deutlich adstringierend, die Tannine liegen im unteren Grand-Cru-Bereich, was ihm dann auch Kraft und Charakter verleiht. Just entkorkt, wirkt er fast etwas anstrengend. Nach ein paar Stunden Luft zeigt er seine Genialität. I’m loving it! Und zwar deutlich mehr als die ganz jungen Pontet-Canet’s welche ich zuweilen gar nicht mehr so richtig verstehe! Lange Dekantieren! (19/20).