Robert Parker Wine Advocate
Neal Martin
Der 2009er Paul Sauer zeigt in der Nase noch sehr primäre Aromen, und es gibt noch etwas Holz zu integrieren. Am Gaumen ist er geschmeidig und harmonisch mit feinen Tanninen, und er wirkt deutlich reiner als frühere Jahrgänge. Er ist grazil und feminin mit einem süßen, hübschen Finale. Das ist ein hinreißender, sinnlicher Pinotage. Trinkreife: 2015–2025.
In einer Zeit, in der ein Großteil der sogenannten alten Garde von der neuen Generation von Winzern, die im Ausland gereist sind und einen überlegteren Ansatz in ihr Handwerk eingebracht haben, schnell überholt und überflügelt wird, ist Kanonkop der Beweis dafür, dass einige der Stützen des Landes an der Spitze bleiben können. Viele Erzeuger bekunden Finesse nur mit Lippenbekenntnissen, doch bei Kanonkop zeigt sie sich dort, wo es zählt – im Glas. Also Anerkennung an die Besitzer Johann und Paul Krige und besonders an den Kellermeister Abrie Beeslaar, seit 2002 bei Kanonkop, für ihre ganze harte Arbeit. Interessant fand ich Abries Überzeugung, dass Kanonkop dem treu geblieben ist, was es tut, Moden und Trends ignoriert und seinen Stil lediglich feinjustiert hat. Ich muss sagen, dass ihre Weine in den letzten zehn Jahren einen höheren Grad an Feinheit und Reinheit erreicht haben; also muss sich etwas geändert haben! Was Kanonkop auszeichnet, ist sowohl das beneidenswerte Alter mancher Rebstöcke, insbesondere des Pinotage, als auch die daraus resultierende Langlebigkeit. Diese Weine werden von den Konsumenten wahrscheinlich viel zu früh getrunken, was ich allerdings nachvollziehen kann. Legen Sie zwei oder drei Flaschen in Ihren Keller und lassen Sie sie 20 Jahre liegen – Sie werden erstaunt sein, was Sie vorfinden. Nun zu einer Vertikale des Pinotage von Kanonkop, die alle bei einer Verkostung in London in Anwesenheit der Besitzer und des Kellermeisters von Kanonkop gezeigt wurden. Wie ich bereits erwähnt habe, hat Pinotage eine unterschätzte Fähigkeit, in Würde zu reifen; daher veröffentliche ich diese Notizen. Kanonkop verfügt über einige der ältesten Pinotage-Anlagen Südafrikas aus dem Jahr 1953. Das Lesegut wird in offenen Gärbehältern vergoren, mit Unterstoßen der Maischekappe alle zwei Stunden, und anschließend 18 Monate in Eiche ausgebaut, üblicherweise zu etwa 80 % neu. Abrie betonte, dass seiner Meinung nach neues Holz unerlässlich sei, um einen wirklich großen Pinotage zu machen. Dem würde ich nicht unbedingt zustimmen, doch andererseits steht außer Frage, dass der Pinotage von Kanonkop das neue Holz mit Stil aufnimmt und es mit der Reife vollständig eingebunden ist.
Importeur: Cape Classics, New York, NY; tel. (212) 686-1300 und über Raisin Social im Vereinigten Königreich.