Campbeltown, einst als „Whisky-Hauptstadt der Welt“ gefeiert, blickt auf eine außergewöhnlich reiche Destillationsgeschichte zurück. In der kleinen Küstenstadt auf der Halbinsel Kintyre waren im 19. Jahrhundert zeitweise mehr als 30 Brennereien aktiv. Die Nähe zum Meer, der rege Handel und die hohe Nachfrage machten Campbeltown zu einem Zentrum der schottischen Whiskyproduktion, bevor wirtschaftliche Krisen und veränderte Konsumgewohnheiten den Niedergang einleiteten.
Heute wird die Region von nur noch wenigen Destillerien geprägt, allen voran Springbank, Glen Scotia und Glengyle. Trotz – oder gerade wegen – dieser überschaubaren Zahl hat sich Campbeltown seinen eigenständigen Charakter bewahrt. Die Whiskys zeigen häufig eine markante Trockenheit, salzige und maritime Anklänge sowie eine subtile Rauchigkeit, die weniger opulent wirkt als auf Islay, dafür aber komplex und präzise.
Campbeltown steht damit für einen Stil, der Tradition, Handwerk und Herkunft in den Vordergrund rückt. Die geringe Produktionsmenge und die starke regionale Identität verleihen den Abfüllungen eine besondere Authentizität, die bei Kennern weltweit geschätzt wird.
Die schottischen Whisky-Regionen im Fokus
Offiziell gliedert sich Schottland in fünf Whiskyregionen: Lowlands, Highlands, Speyside, Islay und Campbeltown. Diese Einteilung beschreibt weniger Geografie als vielmehr Stilistik – geprägt von Klima, Wasser, Torf und Tradition. Mehr zu den unterschiedlichen Whisky-Profilen der Regionen Schottlands in unserem Themen-Beitrag zum Thema Scotch Whisky.