Pinot Noir – Unser Best-of von Burgund bis Neuseeland

Pinot Noir

Von den verschiedenen Geschmacksprofilen über die besten Anbaugebiete bis hin zum Top-Weingut an allen Ecken der Welt: Erfahren Sie alles Wissenswerte über die ebenso edle wie kapriziöse Traube aus der Bourgogne!

Pinot Noir: Eine Liebeserklärung

Um eines gleich vorwegzunehmen: Seit die Verfasserin dieser Zeilen bei einer Weinprobe ihren ersten Pinot Noir probiert hat, ist sie der roten Edelrebe hoffnungslos verfallen. Seit geraumer Zeit ist der Inhalt ihres Weinglases vor allem eines: leuchtend-rubinrot. Vielen Hedonisten und Rotweinliebhaberinnen ergeht es ähnlich. Und vielleicht ist es kein Zufall, dass insbesondere Genießer den kostbaren Nektar besonders schätzen.

Denn nicht zuletzt ist Pinot Noir auch in Sachen Food-Pairing ein raffinierter Alleskönner – kaum ein Wein harmoniert derart gut mit den verschiedensten kulinarischen Kombinationen. Grund genug, Ihnen die besten Pinot Noir-Weine aus allen Ecken der Welt vorzustellen. Folgen Sie uns auf eine sensorische Reise von der Bourgogne bis Neuseeland!

Die Spitzenweinbaugebiete für Pinot Noir

Pinot Noir-Wein aus Frankreich

Das Burgund

Für viele Weinfreunde ist Pinot Noir eine Art flüssig gewordenes Sinnbild für Rotweingenuss von einem anderen Stern. Das gilt insbesondere für die Spitzenrotweine der Bourgogne, wo mitunter Rekordpreise für so manchen Tropfen aus der roten Rebe erzielt werden. Es gibt wohl kaum einen Pinot Noir-Enthusiasten, der nicht den Wunsch hegt, mindestens einmal im Leben den legendären Vosne-Romanée von Henri Jayer zu probieren … Wem dieses Privileg nicht gegeben ist, kann sich an anderen Spitzenweinen aus der Edelrebe erfreuen: Neben dem legendären Rotwein des Ausnahme-Winzers aus der Côte de Nuits kann Frankreichs Weinbauparadies Burgund mit zahlreichen Weltklasse-Crus aufwarten.

Die Spitzenappellationen der Bourgogne

Das Burgund ist vor allem berühmt für seine einzigartigen Premier- und Grand-Cru-Weine, deren charakteristischer Stil sich von Gemeinde zu Gemeinde mitunter deutlich unterscheidet. Die Côte de Nuits ist besonders berühmt für ihre exzellenten Pinot Noir-Rotweine: Die Appellationen Vosne-Romanée, Chambolle-Musigny, Pommard und Gevrey-Chambertin sind weltweit Synyom für feinsten Rotwein und sind bei der internationalen Weinkritik wie Parker und Co. wie Weinfreunden gleichermaßen beliebt.

Die Loire

Die Loire kann nicht nur mit hervorragendem Sauvignon Blanc aufwarten. Connaisseure wissen, dass in dem westfranzösischem Weinbaugebiet auch einige wunderbare Pinot Noir-Weine entstehen! Besonders gut gedeiht die schwarze Rebsorte in dem Weinbaugebiet Sancerre. Hier entstehen finessenreiche, elegante Rotweine: Das Bouquet dieser Weine kommt sehr komplex daher und offenbart frische Noten von roten Früchten, während der Geschmack sich durch seine Zartheit, seine leichten und strukturierten Tannine auszeichnet, die uns Weine voller Charme schenken.

Unser Weingut-Tipp in Sancerre: Alphonse Mellot

Das Elsass

Das Elsass ist in erster Linie als Eldorado für Weißweine bekannt. Doch im Elsass gibt es nicht nur erstklassigen Gewürztraminer oder Riesling: Auch die elsässischen Rotweine haben nun ihre Grand Cru-Bezeichnung erhalten. Der Elsässer Pinot Noir erreicht mittlerweile bemerkenswerte Qualitäten!

Unser Weingut-Tipp im Elsass: Domaine Marcel Deiss

Die Champagne

Neben dem Chardonnay und dem Pinot Meunier ist Pinot Noir eine Schlüsselrebsorte in der Champagne. Ihre wohl edelste Form findet die Rebsorte in der Herstellung von Blanc de Noirs-Champagner, sowie in hochwertigem Rosé-Champagner. Blanc de Noirs-Champagner (wörtlich übersetzt "Weißer aus Schwarzen") sind bei Liebhabern von kräftigen, fruchtigen Luxus-Schaumweinen hoch beliebt, besonders wegen ihres moderaten Säuregehalts und ihrer Eignung als Begleiter zu stark gewürzten Speisen.

Unser Weingut-Tipp in der Champagne: Das Maison de Champagne Bollinger ist berühmt für seine exzellenten Champagner - allen voran für seine Blanc de Noirs.

Pinot Noir weltweit

Zwar stammt die Crème de la Crème unter den Pinot Noirs aus dem französischen Burgund, doch auch so mancher Tropfen aus den USA oder Neuseeland hat mitunter Weltklasseniveau. Die rote Rebe ist heute fast überall auf der Welt zu finden - auch im deutschsprachigen Raum widmen sich zahlreiche Weingüter der Sorte. Entdecken Sie in den folgenden Zeilen die wichtigsten Regionen für den Anbau von Pinot Noir außerhalb von Frankreich.

Deutscher Sprachraum

In Deutschland kennt man die Rebsorte auch als Spätburgunder. Die kapriziöse Sorte ist die bedeutendste Rotweinsorte in deutschen Anbaugebieten: Sie nimmt bereits mehr als ein Zehntel der Rebfläche ein, Deutschland ist damit der der drittgrößte Hersteller von Pinot-Noir-Rotwein, gleich nach Frankreich und den USA!

Die wichtigsten deutschen Anbaugebiete für Spätburgunder

Seit Beginn der 90er Jahre wuchsen die deutschen Anbauflächen für Spätburgunder stetig. Das größte Anbaugebiet für Pinot Noir ist Baden, hier wird Rebe insbesondere am Kaiserstuhl kultiviert. Gefolgt von Pfalz, Rheinhessen, Württemberg, dem Rheingau und der Ahr.
Die deutschen Weingüter produzieren körperreiche und gehaltvolle Spätburgunder-Rotweine, von denen so mancher längst mit den beliebten Weinen des Burgunds mithalten können.

Unser Weingut-Tipp aus Deutschland: Markus Molitor

Auch in der Schweiz und in Österreich entstehen erstklassige Pinot Noirs. In der Schweiz findet man die Sorte unter dem Namen „Blauburgunder“, und in Österreich als „Blauer Spätburgunder“.

Unser Weingut-Tipp aus der Schweiz: Caves du Paradis

Amerika: Von den USA bis nach Patagonien

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Pinot Noir weltweit deutlich weiterentwickelt. In den USA kann man heute unmöglich den sehr schönen Pinot Noir aus Oregon oder auch den aus Kalifornien verpassen, wobei die Stile zwischen dem Pinot Noir aus dem Russian River Valley im Sonoma County und dem aus Carneros im Napa County sehr unterschiedlich sind.
Nicht zu vergessen sind die sehr schönen Pinot Noir aus Kanada und viel weiter südlich aus Argentinien im Neuquen-Tal in Patagonien sowie aus Chile im Colchagua-Tal.

Unser Weingut-Tipp aus den USA: The Hilt

Neuseeland & Australien 

Die Edelrebe hat längst auch in Neuseeland bewiesen, dass sie zu außergewöhnlichen Ergebnissen fähig ist. Besonders in der Region Central Otago im Süden der Südinsel, in der Region Marlborough im Norden der Südinsel und in Waipara ist der neuseeländische Pinot Noir besonders stark vertreten und gehört mittlerweile zu den größten Pinot Noir der Welt.

Top-Weingut aus Neuseeland: Cloudy Bay

Der australische Pinot Noir ist im Yarra Valley, in Geelong und auf der Mornington-Halbinsel beheimatet. Auch in Tasmanien werden, dem kühlen Klima sei dank, fruchtige und elegante Pinot Noirs erzeugt.

Was genau macht einen Pinot Noir aus?

Farbe, Geschmack und Alterungsfähigkeit

Pinot Noir in drei Worten? Elegant, nobel und vor allem: anspruchsvoll. Und vielleicht liegt das Geheimnis der besten Pinot Noirs eben gerade in der Kapriziösität der Sorte. Denn nur die besten Lagen und die versiertesten Kellermeister sind der anspruchsvollen Beere gewachsen. Abhängig von Terroir und Vinifikationsmethode variiert der Charakter von Pinot Noir erheblich – er reicht von leicht bis zu intensiv fruchtig. Die Rotweinsorte ist für ihre zurückhaltenden Tannine und mäßige Säure bekannt, was ihr ein begrenztes Alterungspotenzial verleiht und dazu führen kann, dass sie mit der Zeit charakteristische Merkmale einbüßt. Einige Spitzenweine jedoch entwickeln mit zunehmendem Alter eine außergewöhnliche aromatische Komplexität - allen voran jene aus dem Burgund. Kein Wunder also, dass die Spitzenweine nach wie vor aus der Bourgogne kommen. Die burgundischen Winzer schaffen es mit enormen Savoir-faire, Jahrgänge zu erzeugen, die an Fülle und Alterungsfähigkeit ihresgleichen suchen.

Ein junger Pinot Noir zeigt zunächst eine blassrote, glänzende Farbe, die sich im Laufe der Jahre zu Ziegelrot mit granatroten Reflexen entwickelt. Je nach Alter und Herkunft variiert die Farbe von leuchtend Rubinrot bis Rotbraun.

Die Traube ist ein wahrer Terroir-Übersetzer und bietet ein einzigartiges Geschmacksprofil, das je nach Herkunft (und in der Bourgogne gar je nach Parzelle) mitunter deutlich variieren kann. Die Weine sind meist halb-trocken bis trocken, samtig und vollmundig. Regionale Unterschiede bringen Aromen von roten Früchten wie Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen. Mit zunehmender Reife entwickeln sich Noten von kandierten Früchten, Kirschwasser, Gewürzen und Zimt. Am Gaumen zeigt sich der Wein fruchtig und frisch mit delikaten Tanninen. Die Verwendung von Eichenfässern kann seine Charakteristik beeinflussen.

Food-Pairing-Tipps

Pinot Noir, ein edler Alleskönner

Pinot Noir passt überraschend gut zu Meeresfischen wie Seeteufel im amerikanischen Stil oder Kabeljau mit Chorizo-Kruste, wobei seine leichten Tannine und moderate Säure hervorragend mit der feinen Textur des Fischs harmonieren.
Bei Fleisch eignet sich der tanninarme Pinot Noir besonders für Geflügel, Wurstwaren und weißes Fleisch und verleiht würzigen und asiatischen Gerichten eine angenehme Frische.
Trotz der allgemeinen Vorsicht bei Rotwein-Käse-Kombinationen stellt Pinot Noir eine (willkommene) Ausnahme dar: Er passt wunderbar zu fruchtigen, schmackhaften Käsesorten wie Cîteaux, Comté oder Beaufort.

Pinotage - die Star-Rebsorte Südafrikas

Als Abraham Perold 1925 eine Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsault kreierte, ahnte er noch nicht, dass er mit dieser Rebsorte berühmt werden würde. Der Name Pinotage ist eine Ableitung von Pinot Noir und Hermitage. Im Gegensatz zu seinem Cousin aus der Bourgogne liebt die Pinotage-Traube große Hitze und Trockenheit - was sie perfekt für den südafrikanischen Weinbau macht. Es handelt sich um eine produktive Rebsorte mit hohem Ertrag und ganz eigenen Merkmalen: starke Aromen von schwarzen Früchten und Röstaromen. Meist reinsortig ausgebaut, findet man Pinotage auch in Kombination mit den Bordeaux-Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot sowie mit der Shiraz-Traube, die in Frankreich häufig in der Rhône verwendet wird.

Unser Weingut-Tipp: Wir empfehlen die herrlichen Pinotage-Kreationen vom südafrikanische Spitzen-Weingut Kanonkop Wine Estate.

Häufig gestellte Fragen zu Spätburgunder

Ist Spätburgunder und Pinot Noir das gleiche?

Spätburgunder ist das deutsche Synonym für die burgundische Rebsorte Pinot Noir.     

Was ist Pinot Noir auf Deutsch?

Pinot Noir heißt Spätburgunder auf Deutsch. Weitere Synonyme im deutschen Sprachraum sind Klevner, Schwarzburgunder oder Blauburgunder.

Was ist die beste Weinsorte?

Die Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot prägen die legendären Bordeaux-Blends – und das auch außerhalb des Bordelais (siehe Toskana und Napa Valley), die Syrah-Traube findet sich in den Weltklasseweinen Australiens aber auch in den exklusiven Rhôneweinen der Spitzenappellation Côte-Rôtie. Andere berühmte Weinsorten sind der Pinot Noir (siehe Burgund-Legende Romanée Conti), die italienische Nebbiolo-Traube (Barolo) und der spanische Tempranillo.

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