Eine Ode an den Sommerwein: Große Weine für die warmen Tage

Eine Ode an den Sommerwein: Große Weine für die warmen Tage

Erfrischend, leichtfüßig und vor allem ... groß! Entdecken Sie herausragende Rot-, Rosé- und Weißweine für die warmen Tage in einer ebenso exklusiven wie stilvollen Auswahl für Fine-Wine-Freunde!

Ob Rosé, Weiß oder Rot: Mit Stil durch den Sommer 

Der Sommerwein hat einen schlechten Ruf. Und angesichts des Ozeans an fruchtig-süffigen Angeboten in allen Preislagen ist es tatsächlich lohnenswert, sich vor der nächsten Gartenparty oder dem heiß ersehnten Sommerurlaub etwas mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn der Laune machende, trocken-fruchtige, perfekt temperierte Rosé ist leider in den wenigsten auch noch so schnuckeligen Locations am Urlaubsort eine Selbstverständlichkeit. Und auch wenn so mancher lauer Sommerabend dem einen oder anderen gastronomischen Faux Pas die Dramatik nehmen mag: Ein schlechter, halbherzig gekühlter und dann auch noch überteuerter Roséwein ist auch beim schönsten Panorama für die Hedonisten unter uns unverzeihlich. So war es uns ein Bedürfnis, an ein paar Grundregeln zu erinnern – und Ihnen bei der Gelegenheit unsere Weinempfehlungen für die schönste aller Jahreszeiten zu unterbreiten, in denen auch Rotweinliebhaber garantiert auf ihre Kosten kommen! Wir bei Millésima lieben das ganze Jahr über guten Wein - deshalb haben wir auch ausschließlich erlesene Tropfen in unserem Portfolio.

Die Basics 

Was versteht man eigentlich unter „Sommerwein“? 

Ein Sommerwein sollte trocken oder halb-trocken, leicht, fruchtig, süffig und elegant daherkommen. Er sollte nicht aus dem Barrique kommen und niemals schwer im Alkohol sein. Dass es einem sommertauglichen Tropfen an Charakter oder gar an Qualität fehlt, ist allerdings ein Mythos! Ebenso, dass im Sommer kein Rotwein auf den Tisch gehört. Rotweinliebhaber dürfen an dieser Stelle also schonmal aufatmen! Auch komplexere Tropfen haben in unserer Sommerauswahl durchaus ihren Platz. Denn was ein waschechter Weinliebhaber ist, dem geht es auch zur schönsten Zeit des Jahres nicht schlicht um den Trinkfluss. Darüber hinaus ist insbesondere in meinem Adoptivland Frankreich ein guter Tropfen vor allem eine gute Essensblegleitung. Und wer schon einmal einen säurelastigen Riesling zum Spargel probiert hat, weiß, dass es mit spritzig-fruchtig eben nicht getan ist. Aber mehr zu dem Thema Food-Pairing am Ende dieses Beitrags.

Welcher Wein schmeckt im Sommer? 

Es gibt unendlich viele Faktoren, die unsere Geschmackssinne beeinflussen – so auch die mit den Jahreszeiten einhergehenden Temperaturunterschiede und die damit zusammenhängenden Aktivitäten oder Essgewohnheiten. Dass ein lauer Grillabend mit Freunden nach einem anderen Tropfen verlangt, als ein romantischer Abend zu zweit vor dem Kaminfeuer scheint einleuchtend: Wo Letzterer nach einem umhüllenden, wärmenden Powerrotwein schreit, so greift man auf der provenzalisch anmutenden Gartenparty samt erfrischendem Salade Niçoise nicht ohne Grund eher zu einem kühlen, nicht weniger charaktervollen Bandol Rosé. 

Welcher Wein zu welcher Jahreszeit? 

Wein ist zweifelsohne eines der Sinnbilder schlechthin für Genuss – und Letzterer ist jahreszeitenunabhängig. Allerdings ist die Art und Weise, wie und was wir genießen, eng mit den Außentemperaturen verbunden. Vom improvisierten Aperitif bis zur fein ausgeklügelten Festtagsmenu-Begleitung: Der richtige Tropfen begleitet die angenehmen Momente des Lebens und sollte idealerweise das Beste aus ihnen herausholen.
Auch die empfohlene Trinktemperatur eines Weins spielt bei der Wahl natürlich eine wichtige Rolle – je nach Weinart reicht das Spektrum von 6 Grad Celsius Trinktemperatur bei einem Schaumwein bis zu 18 Grad bei einem gerbstoffreichen Bordeaux. Wenn der Thermometer 35 Grad anzeigt, scheint der Griff zum kühlen Glas Sauvignon Blanc von der Loire daher naheliegend, während der wärmende, bei Zimmertemperatur getrunkene Cabernet Sauvignon aus dem Barrique lieber weiter im Weinkeller schlummert - für unsere ohnehin schon leicht angerötete Gesichtsfarbe ist das definitv die bessere Wahl!

Die Sache mit der Trinktemperatur 

Generell gilt: Lieber etwas zu kalt als zu warm – das gilt in der warmen Jahreszeit umso mehr. Zu warm wird der Tropfen nämlich von allein, im Sommer dauert das mitunter nur wenige Minuten. Wenn Sie einen Weißwein im Restaurant bestellen, so kommen diese nicht immer richtig temperiert auf den Tisch. Bei Rotwein erweist sich das mit der richtigen Trinktemperatur häufig als etwas schwieriger: Nicht selten werden diese zu warm serviert, selbst in der gehobenen Gastronomie. Bitten Sie von daher ruhig im Vorfeld um eine Kühlmanschette, die den Tropfen bei der richtigen Temperatur hält. 

Die unterschiedlichen Rebsorten und Weinarten im Fokus 

Zum Thema Chardonnay, Riesling, Sauvignon Blanc und Co.

Ein guter, sommertauglicher Weißwein sollte in erster Linie frisch und leicht sein und einen maximalen Alkoholgehalt von 13% nicht übersteigen. Ein Riesling aus dem Rheingau oder ein Sauvignon Blanc von der Loire eignen sich beispielsweise besser als ein burgundischer Chardonnay aus dem Barrique: Der Ausbau im Holzfass, wie in der Bourgogne üblich, sorgt für mehr Schmelz und Dichte und nimmt dem Weißwein seine Frische.

Weißwein-Empfehlungen für Hedonisten

Frisch, fruchtig, angenehme Säurestruktur … der Sauvignon Blanc hat alles vom perfekten Sommerwein! Und in kaum einem anderen Weinbaugebiet dieser Welt gib es so gute Sauvignon Blancs wie im Loire-Tal! Wir empfehlen einen mineralischen Tropfen aus den auf Feuersteinboden gedeihenden Reben der Appellation Sancerre oder des Nachbargebiets Pouilly-Fumé.
Auch das Bordelais kann mit extrem guten Sauvignons aufwarten: Den trockenen Bordeaux Weißwein gibt es in zwei Stilrichtungen, die sich je nach Essensbegleitung anbieten. Unser Favorit: Ein gereifter, cremig-fülliger Pessac-Léognan zum Risotto oder zu einem Stück Comté.

Auster-Liebhabern hingegen empfehlen wird einen Chablis Grand Cru, der ein perfektes Gegengewicht zum Jod der Auster bietet. Ein Chablis wird entgegen anderer burgundischer Weißwein-Appellationen nicht im Holz ausgebaut. Der reinsortige Chardonnay harmoniert auch wunderbar zu Langusten, Fisch, Geflügel oder Spargel.

Auch ein Pinot Blanc aus dem Elsass (hierzulande unter Weißburgunder bekannt), ein Albariño aus Galizien, ein Vinho Verde aus Portugal, oder ein klassischer deutscher Riesling bringen zur schönsten aller Jahreszeiten die nötige Frische ins Glas.

Im deutschen Sprachraum weniger bekannt als der Sauvignon Blanc ist der Chenin Blanc. Die Loire-Rebsorte findet man in den unterschiedlichsten Weinarten, vom weißen Stillwein bis zum charaktervollen Schaumwein. Unser Tipp: Ein prickelnder Vouvray von dem Top-Weingut Huët wird auch die anspruchsvollsten Schaumweinliebhaber erfeuen.

Rosé: Eine anspruchsvolle Auswahl

Der Rosé gilt als DER Sommerwein-Klassiker par excellence, besonders die bauchigen Flaschen aus der Provence liegen im Trend. Allerdings sind längst nicht alle Roséweine sommertauglich: ein Rosé kann mitunter über 13% Alkohol aufweisen und somit leicht zu Kopf steigen. Auf den Supermarktrosé gehen wir hier nicht weiter ein. Nur so viel: Ein großer Teil der industriellen Rosés entsteht aus minder guten Lagen und Trauben als ihre weißen oder roten Cousins - dementsprechend uninteressant sind sie geschmacklich.

Dass Rosé auch anders geht, beweist die Crème de la Crème aus den südfranzösischen Rosé-Hersteller: Château d'Esclancs, Galoupet, Domaines Ott, Minuty, Peyrasson, Sainte Marguerite, Miraval, Léoube ... Die farbenfrohen Tropfen aus dem provenzalischen Weinbaugebiet Bandol trumpfen neben Struktur und Charisma auch mit einem exzellenten Lagerpotenzial.

Neben den Côtes de Provence und Bandol kann auch das Rhône-Tal mit Spitzenrosés aufwarten. So entstehen in der Appellation Tavel edle Grenache-dominierte Rosé-Blends. Letztere bestechen durch ihre Aromen von roten Früchten, die sich im Alter wunderbar zu Steinobstaromen und Mandeln entwickeln. Sie sind gleichzeitig rund, kraftvoll und haben einen angenehmen Anklang von Gewürzen.

Der farbenfrohe „Rosado“ aus Spanien wird neben Grenache (Garnacha auf spanisch), Mourvèdre (Monastrell) oder Tempranillo, der charakteristischen schwarzen Rebsorte von La Rioja gewonnen. In der katalanischen Region Penedès wird der Rosé in der Version des berühmten Schaumweins Cava angeboten, der aus den Rebsorten Macabeu, Xarel-Lo, Parellada und Monastrell gekeltert wird. Die besten Cavas der Qualitätsstufe Paraje Calificado müssen stolze 36 Monate auf der Hefe reifen - beim Einstiegschampagner sind es lediglich 12 Monate.

Auch in der Neuen Welt entstehen mitunter sehr gute Roséweine: Australien und Neuseeland produzieren trendige Rosés, die hauptsächlich auf Shiraz basieren. Südafrika produziert hervorragende Rosés auf Pinotage-Basis, während sich das kalifornische Napa Valley durch seine farbenfrohe Kreationen auf Syrah-Basis auszeichnet.

Der perfekte Rotwein für die warmen Tage

Dass ein guter Rotwein nicht gezwungenermaßen eine bei Zimmertemperatur getrunkene Tanninbombe mit viel Alkoholprozenten sein muss, hat sich mittlerweile auch in der  Standardgastronomie herumgesprochen, die längst auch fruchtig-leichte und nicht holzige Rotweine auf der Karte hat. Aber bevor es ans Eingemachte geht ...

... was ist ein leichter Rotwein? 

Unter "leicht" versteht man hier wenig Tannine und/oder einen Alkoholgehalt von weniger als 13%. 
So kann das französische Spitzenweinbaugebiet Burgund mit exzellenten, tanninarmen Roten aufwarten, während die Rotweingebiete der Loire Cabernet Francs mit verhältnismäßig wenig Volumenprozenten hervorbringen.

Es gibt wohl kaum eine elegantere Begleitung für einen lauen Sommerabend als ein dezent gekühlter Pinot Noir von der Côte de Nuits … Nun gehört der Burgunder Spitzenrotwein zu den besten und somit auch teuersten Tropfen der Welt. Um einiges preisgünstiger geht es im benachbarten Beaujolais Fleuri zu. Preisbewusste Weinfreunde mit einem Faible für filigrane Rotweine ohne Holznoten wissen: die lokale Rebsorte Gamay vollbringt hier wahre Wunder! Purpurrot, strukturiert und fleischig geht es hingegen in der gegenüberliegenden Beaujolais-Appellation Moulin à Vent zu.

Wer sich vorurteilsfrei mit dem Beaujolais und der einheimischen Rebsorte auseinandersetzt, wird merken, dass die einst aus der Bourgogne verbannte Gamay-Traube je nach Cru dem Pinot Noir zum Verwechseln ähnlich sein kann ...

Champagner – hedonistischer Allrounder 

Spritzig-erfrischend ist nicht gezwungenermaßen Synonym für Sommer - das beweist der berühmteste Schaumwein der Welt, der Champagner. Insbesondere im deutschsprachigen Raum ist der Edelschaumwein Synonym für das Jahresende und die damit einhergehenden Festtagsrituale (und Minustemperaturen ...). Vom rotfruchtigen Brut Rosé zum Sommerdessert auf Erdbeer-Basis bis zum mineralischen Blanc de Blancs-Champagner zum Raclette: Der prickelnde Edelschäumer ist der Inbegriff für ganzjährigen Genuss und ein beliebter Allrounder in Sachen Food-Pairing. Darüber hinaus hat der Schaumwein das Zeug dazu, auch dem langweiligsten Familienfest etwas Glamour zu verleihen – und so manchem Cocktail das gewisse zeitlos-elegante Etwas.

Apropos Cocktails: Ob als erfrischend-spritziger Sommer-Drink oder zum weihnatlichen Aperitif - Champagner-Cocktails sind nicht nur auf 20er-Jahre-Retro-Silvesterpartys gefragter denn. Warum das so ist, erfahren Sie in unserem gleichnamigen Beitrag.

Der perfekte Hochzeitswein

Ob Champagner, Winzer-Sekt oder Prosecco Superiore - Schaumweine sind unbestritten die unangefochtenen Protagonisten jeder Hochzeitsfeier. Doch welcher prickelnde Tropfen harmoniert am besten mit dem Hochzeitsmenü? Wie viele Flaschen sollten für den großen Tag eingeplant werden? Und welches (Wein-)Geschenk wird den Gaumen weinbegeisterter Brautpaare erfreuen? Entdecken Sie alles Wissenswerte rund um den Hochzeitswein und machen Sie Ihre Hochzeit zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Der passende Tropfen zu beliebten Sommergerichten

Von der mediterranen Frische eines griechischen Salats, über die cremige Eleganz eines Spargelrisottos, bis hin zum süßen Klang eines fruchtigen Desserts: Mit den sommerlichen Temperaturen verändert sich nicht nur unsere Umgebung, sondern auch unsere kulinarischen Gelüste. Es ist Zeit, den Speiseplan an die sommerliche Jahreszeit!
Frisch, sommertauglich und charismatisch: Das Ende dieses Beitrages widmen wir unserer Pairing-Ideen für einige der beliebtesten Sommerrezepte!

Welcher Wein zu Spargel?

Kaum ein anderes Gemüse ist so emotional besetzt wie Spargel: Bei so manchen Gourmets löst das „weiße Gold“ regelrechte Frühlingsgefühle aus – und bei Weinfreunden mitunter Kopfzerbrechen … Unsere besten Weine zu Ihrem Spargel-Essen finden Sie in dem gleichnamigen Artikel.

... und zu Salat?

Von knackig-frisch bis herzhaft: Der Salat ist und bleibt der Star des Sommers! Salate gibt es in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen - und umso mehr Kopfzerbrechen bereitet Weinfreunden die Suche nach der perfekten Wein-Begleitung … Entdecken Sie unsere handverlesenen Wein-Empfehlungen zu den beliebtesten Salat-Rezepten!

Bordeaux zu (gegrilltem) Fisch? Auf jeden Fall!

Diese raffinierten Rotwein-Fisch-Kombinationen aus dem Grand Cru- und  Gastronomieparadies Bordeaux sind der ebenso unerwartete wie schmackhafte Beweis, dass es nicht immer ein Riesling oder ein Chardonnay muss. Der Beweis in einer ebenso anspruchsvollen wie köstlichen Auswahl.

Erdbeeren und Champagner – ein hedonistisches Sommer-Pairing

Champagner ist, wie bereits erwähnt ein absoluter Allrounder in Sachen Food-Pairing und jahreszeitenübergreifenden Genuss. Kein Wunder also, dass die Champagner-Erdbeer-Kombi im Schlaraffenland Frankreich als Inbegriff für Harmonie und Finesse. Doch welcher Luxus-Schäumer passt wirklich zu der verführerischen roten Sommerfrucht?

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