5 prickelnde Dry January-Tipps, die den Monat retten

5 prickelnde Dry January-Tipps für einen Monat ohne Alkohol

Zu viel Fett, zu viel Zucker, zu viel Alkohol ... die Festtage haben ihre Spuren hinterlassen. Der Körper meldet sich, und der Januar lädt zur (Alkohol)Pause ein. Mit unserer fein kuratierten Dry January-Auswahl ein Kinderspiel.

4 Wochen ohne Alkohol - muss das sein?

Ich muss gestehen, dass ich der Dry January-Thematik bislang eher skeptisch gegenüberstand. Angesichts der jüngsten geopolitischen Hiobsbotschaften: ist das Leben nicht zu kurz, um einen vollen Monat auf ein paar unschuldig tanzende Bubbles zu verzichten? Beim allgegenwärtigen Performancedruck (dem wir mit überteuerten Yoga-Kursen beizukommen versuchen), verdienen wir nicht eher eine kollektive Medaille für das jahresendliche Nichtstun? Soll ich mich jetzt ernsthaft auch noch für das homöopathische Glas Champagner schuldig fühlen, das mich durch den Januarblues bringt?

Was der Dry January letztendlich auch ist

Und dann brauchte es nicht mehr als einen Podcast zum Thema Alkohol, um meine Meinung zu dem alkoholfreien Monat zumindest ein wenig zu ändern. Es ging, klar, um Gesundheit. Um das Erlernen des maßvollen Trinkens, um das den Yogis sehr vertraute "Insichhineinfühlen". Um Solidarität. Der Geste also, jene aktiv zu unterstützen, die ihren Alkoholkonsum aus welchen Gründen auch immer überdenken möchten. Und letzten Endes auch: um kulinarische Neuentdeckungen.

Alkoholverzicht im Namen des Genusses? Ein frankophiler Ansatz

Der Dry January hat selbst im Weinparadies Frankreich einen Stein ins Rollen gebracht. Doch scheint es hier um weit mehr zu gehen, als das Argument Gesundheit. Laut der französischen Beratungsagentur Sowine zeigten 2024 bereits 28 % der Franzosen Interesse an alkoholfreien oder alkoholreduzierten Getränken. Die Gründe? 41 % nennen gesundheitliche Motive, und – überraschend – genauso viele geben an, dass ihnen alkoholfreie Optionen schlicht besser schmecken.

Ein guter Tropfen braucht nicht zwangsläufig Alkohol

Diese Zahlen zeigen: Hinter Konzepten wie Dry January oder Sober October verbirgt sich mehr als ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein. Hier findet ein Paradigmenwechsel statt, in dem es nicht zuletzt auch um Genuss geht. Und Genießer stellen sich die berechtigte Frage: Können Kombucha und Co. aromatisch mit unseren Lieblingsweinen mithalten? Die Getränkekarten angesagter Restaurants sprechen eine klare Sprache: ja, können sie.

5 prickelnde Dry January-Tipps für anspruchsvolle Gaumen

Weniger Alkohol ist keineswegs Syonym für weniger Geschmack. Der Beweis in unserer fein kurierten Auswahl, die weit mehr enthält als Notlösungen für einen möglichst trockenen Januar. Versprochen!

1) French Bloom: Champagnerfeeling ohne Alkohol

Wenn es eine Marke gibt, die verstanden hat, was ein champagnerverwöhnter Gaumen braucht, dann French Bloom. 2019 gegründet von Maggie Frerejean-Taittinger und Constance Jablonski, verbindet das Haus handwerkliches Können mit kompromissloser Qualität.

Der Name Taittinger mag mitschwingen, doch French Bloom steht auf eigenen Beinen. Die Marke setzt auf biologische Chardonnays aus dem Languedoc, schonend entalkoholisiert und mit natürlichen Zutaten veredelt. Das Ergebnis: Flaschen von bemerkenswerter Reinheit, ohne Farbstoffe, Konservierungsmittel, Sulfite oder zugesetzten Zucker.

Die Cuvées sprechen für sich: Le Blanc, 100 % Chardonnay, zeigt Frische und Mineralität. Le Rosé verbindet Lebendigkeit mit Gourmandise. Die Cuvée Vintage hebt die Individualität des Jahrgangs hervor – hier haben wir es mit einem gastronomischen Sparkling zu tun. Was French Bloom auszeichnet? Jahre intensiver Forschung, bevor die erste Flasche auf den Markt kam. Und die Anerkennung folgte prompt: Die Cuvée „Le Blanc" wurde 2025 bei den World Sparkling Awards ausgezeichnet.

2) Maison Giulia: Alkoholfreier Spritz

Die prickelnden Kreationen von Maison Giulia aus biologischem Anbau sind das Ergebnis sonnenverwöhnter Trauben und handwerklichem Know-how. Die Flaschen sind elegant, die Aromatik zurückhaltend, aber präzise. So auch „Gigi“, ein alkoholfreier Spritz, der aus einem Teil Italicus (ein traditionsreicher Likör, der in Italien auf Basis von Bergamotte, Zitronat, Lavendel, Kamille und Enzian kreiert wurde), 2 Teilen Maison Giulia, einem Splash Sprudelwasser und anschließend Lavendel oder einer Zitrusfrucht als Garnitur zubereitet wird. Dieser Sparkling begeistert durch Leichtigkeit und aromatische Reinheit.

3) So Jennie: Pariser Eleganz im Art-déco-Stil

Gegründet im Jahr 2011 von Jennie Kergoat-Ruelland, einer renommierten Gestalterin internationaler Prestige-Events, widmet sich So Jennie der Kreation alkoholfreier Sparklings auf Basis erlesener Traubenmoste. Die in Paris beheimatete Marke stützt sich auf ein exklusives Herstellungsverfahren ohne Gärung, ohne Farbstoffe und ohne Allergene, das in Zusammenarbeit mit den Jardins de l’Orbrie in Bressuire entwickelt wurde. Ihre ikonischen Flaschen, geschmückt mit Schmetterlingen aus 21-karätigem Gold und einem an den Eiffelturm erinnernden Art-déco-Fries, verkörpern Pariser Eleganz und sind heute in den renommiertesten Häusern der Welt vertreten.

4) Ama Brewery – Craft-Braukunst neu interpretiert

Das in Irun im spanischen Baskenland von ehemaligen Mitarbeitern des zweifach Michelin-prämierten Restaurants Mugaritz und dem Winzer Sancho Rodríguez gegründete Haus Ama Brewery hat sich zu einem innovativen Zentrum für fermentierte Getränke entwickelt. Mit ihren Tea Pét-Nats verbinden sie die Prinzipien von Kombucha und der ancestralen Weinbereitung und schaffen in streng limitierten Mikrochargen eine neue gastronomische Kategorie.

5) Schraml: Handwerklich fermentierter Kombucha mit Charakter

Combuchont Schraml steht für einen avantgardistischen Ansatz und gilt als Pionier des weltweit ersten kalt abgefüllten Tees. Am Ursprung dieses Projekts steht Klemens Schraml, ein vielfach ausgezeichneter Küchenchef, der handwerkliche Präzision mit feiner Intuition verband, um einen einzigartigen Hefestamm zu entwickeln. Dieses kostbare Ferment verleiht dem kalt abgefüllten Tee eine bemerkenswerte Reifefähigkeit, vergleichbar mit jener großer Weine. Auf Basis außergewöhnlicher Tees, kristallklaren Alpenwassers und anspruchsvoller handwerklicher Verarbeitung entsteht ein Kombucha, das sich bewusst jenseits klassischer Kategorien positioniert.

Was macht ein alkoholfreies Getränk „champagnerähnlich"?

Um eines vorwegzunehmen: Kein alkoholfreier Sparkling wird je die Komplexität eines guten Champagners erreichen. Die zweite Gärung in der Flasche, die Hefeautolysearomen von Brioche und Trockenfrüchten, die Mineralität eines Terroirs – all das lässt sich nicht simulieren. Aber manche Produkte nähern sich erstaunlich an. Woran liegt das?

Entalkoholisierte Weine durchlaufen zunächst den klassischen Vinifikationsprozess und werden erst danach entalkoholisiert. So bleibt ein Großteil der Aromapalette erhalten – auch wenn die Struktur, die der Alkohol gibt, fehlt.

Edle Champagner-Rebsorten wie Chardonnay und Pinot Noir bringen selbst ohne Gärung fruchtige, florale und mineralische Noten mit. Entscheidend ist allerdings: Ohne das Champagner-Terroir bleibt es eine Annäherung, kein Ebenbild.

Gängige Champagner-Codes werden von manchen Produzenten bewusst übernommen: Blanc de Blancs, Vintage, Rosé, Extra-Brut. Diese Bezeichnungen schaffen Erwartungen – und die besten Produkte kommen ihnen tatsächlich sehr nahe.

Aromatische Finesse entsteht durch feine Perlage, lebendige Frische und – bei den besten Cuvées – durch eine überraschende Komplexität: mineralische Säure, geröstete Nuancen, subtile Würze.

Ein fundamentaler Unterschied bleibt

Die Bläschen im Champagner entstehen natürlich durch Flaschengärung. In Alternativen ohne Alkohol werden sie meist durch Karbonisierung erzeugt. Das merkt man (aber nicht immer negativ). Viele Produzenten verfeinern ihre alkoholfreien Kreationen zudem mit natürlichen Infusionen und botanischen Zutaten. Das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke: Sie schaffen damit ein eigenständiges Geschmackserlebnis.

👉 Crémant vs. Champagner: Was die beiden Schaumweine trennt - und verbindet

Unsere Dry January-Empfehlungen für ein gelungenes Food-Pairing

Entalkoholisierte Schaumweine entfalten ihre Finesse zum Apéritif und begleiten Meeresfrüchte, leichte Vorspeisen, saisonale Salate und Käse. Rosé-Varianten passen zu Ente oder Räucherlachs.

Traubenmost-Getränke eignen sich als Apéritif, zu Fisch und Meeresfrüchten – oder als Basis für Cocktails. Die Rosé-Variante bereichert Desserts.

Kombucha harmoniert mit Sushi, gegrilltem Fisch und würzigen Gerichten wie Currys. Er veredelt Zitrus-Desserts und ist ideal für alkoholfreie Cocktails mit Limette und Minze.

Alkoholkonsum: ein deutsch-französischer Vergleich

Frankreich: Proportion statt Prohibition

In Frankreich setzen die Gesundheitsbehörden auf eine pragmatische, moderierende Linie in Sachen Alkohol. Die offizielle Empfehlung lautet: maximal zwei Standardgläser pro Tag, höchstens zehn pro Woche sowie mindestens zwei Tage ganz ohne Alkohol. Diese Botschaft ist bewusst ausgewogen formuliert und fügt sich nahtlos in eine Kultur ein, in der ein Glas Wein zum Mittagessen nicht als Ausschweifung gilt, sondern als selbstverständlicher Bestandteil einer ausgewogenen Mahlzeit.

Wein als Kulturgut

Hier ist Wein Kulturgut, Gesprächsthema, Identität. Ein Franzose würde niemals auf die Idee kommen, sich für ein Glas Bordeaux zum bœuf bourguignon zu rechtfertigen. Im Gegenteil: Der Verzicht darauf würde eher Verwunderung auslösen. Die französische Haltung lautet: Genuss ja, aber mit Verstand. Exzess? Non, merci. Das passt nicht zum Selbstbild einer Nation, die Lebensfreude zelebriert, ohne die Kontrolle zu verlieren.

Deutschland: Null Toleranz, null Risiko

Deutschland hingegen verfolgt inzwischen einen deutlich strengeren und präventiveren Ansatz. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont unmissverständlich: Es gibt keine gesundheitlich unbedenkliche Menge Alkohol. Die Kernaussage ist so klar wie ein Schild auf der Autobahn: Am sichersten ist es, keinen Alkohol zu trinken, da bereits geringe Mengen gesundheitliche Risiken bergen können.

Eine Kultur des Verzichtens

Diese Haltung spiegelt eine Kultur wider, in der Gesundheit, Prävention und Risikominimierung einen hohen Stellenwert genießen. Wo Frankreich auf joie de vivre setzt, setzt Deutschland auf Sicherheit. Das ist keine Kritik – es ist eine andere Prioritätensetzung. Während der Franzose sein Glas Wein als Teil eines genussvollen Lebens betrachtet, sieht der Deutsche darin eher eine potenzielle Gefahr, die es zu kontrollieren gilt. Und wenn Kontrolle, dann am besten durch Verzicht.

Eine Frage der Weltanschauung

Wer einmal erlebt hat, wie selbstverständlich in Pariser Bistros mittags ein Glas Wein zum Menü bestellt wird, versteht: In meiner Wahlheimat ist Alkoholverzicht, ähnlich wie Veganismus, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt eine nicht selten ironisch kommentierte Seltenheit. Umso schwerer fällt es mir als Genussmensch, einen entspannten Bezug zum Thema Verzicht zu haben, daran hat auch der Dry January Podcast nichts verändert. Ich muss dazu sagen: das maßvolle Trinken war noch nie ein Problem für mich. Nichts liegt mir ferner als ein Sonntagskater, meine Gesundheit war mir immer wichtig. Ich lebe fleisch- und so gut wie zuckerfrei, trinke niemals mehr als zwei Gläser pro Woche und könnte ein Buch zum Thema Intervallfasten schreiben. Aber mitunter frage ich mich: Was soll ich unter dem Deckmantel der Selbstoptimierung noch alles sein lassen?

Für die Hedonistin in mir klingt das mit dem alkoholfreien Monat nach wie vor zu sehr nach einer Form von Selbstbestrafung. Ähnlich wie diese im Endlos-Jojo-Effekt mündenden Diäten, die wir uns viel zu lange haben aufschwatzen lassen. Mein Weg? Weiterhin einen gesunden Bezug zum Genuss kultivieren. Und ab und zu einen Kombucha bestellen - vorausgesetzt, der passt zum Essen.

Auch zu lesen

Von alkoholfreien Bio-Kombuchas über entalkoholisierte Weine bis zu alkoholarmen Pet-Nats: Diese 5 spannenden No & Low-Kreationen düften selbst die anspruchsvollsten Gaumen überzeugen!

30.12.2025

Galoupet, Minuty, Miraval … die 2024er Roséweine der Spitzenweingüter der Provence überzeugen durch Qualität und glänzen durch Frische und Intensität. Entdecken Sie unsere farbenfrohe Auswahl für Fine-Wine-Freunde!

26.3.2025

Château Tertre Rotebœuf, Roc de Cambes, Domaine de Cambes und Domaine de l’Aurage: Die Domaines Mitjavile bereichern unser Portfolio! Entdecken Sie die einzigartige Weinbauphilosophie der Bordelaiser Ausnahme-Weingüter.

16.10.2025

Seit Ende April entfaltet sich die En-Primeur-Kampagne 2024: erste Releases, Preissenkungen, zugängliche Profile – entdecken Sie jetzt die Highlights und Hintergründe dieser faszinierenden Ausgabe!

20.5.2025

Die Bordeaux Subskription 2024 rückt näher. Erste Trends deuten auf einen vielversprechenden Jahrgang hin. In diesem Artikel erfahren Sie, was die neue Kampagne für Weinliebhaber bereithält.

22.4.2025

Seit über dreißig Jahren stehen sich zwei Grands Crus Classés von den gegenüberliegenden Seiten der Bordeaux-Ufer gegenüber, verbunden durch eine gemeinsame Vision: Château Rauzan-Ségla und Château Canon.

7.4.2025
2.0.0