Wein zu Raclette: Die Pairing-Tipps der Redaktion

Wein zu Raclette: Unsere Pairing-Tipps

Bei der Raclette-Käse-Wahl tut man sich in der Regel nicht schwer, bei der Wein-Begleitung hingegen schon eher. Fruchtiger Rotwein oder lieber trockener Weißwein? Unsere Weinpairing-Tipps für das perfekte Raclette!

Was trinkt man in der Schweiz zum Raclette? Und welche Tropfen passen zu einem französischem Raclette-Käse? Erfahren Sie hier, welche roten und weißen (Spitzen-)Weine die perfekte Begleitung zu Ihrem Raclette-Essen sind.

Weiß oder rot: Welcher Wein passt zu Raclette? 

Die Basics

Gesellig, gemütlich und schlicht lecker: Das Schweizer Nationalgericht ist für viele Sinnbild für behagliche Winterabende mit Freunden oder Familie. Puristen wählen in der Regel einen Raclettekäse aus dem Schweizer Kanton Wallis. Aber auch französische Käsesorten wie der Savoyen mit seiner glatten, orangefarbenen Rinde auf der Oberfläche und seinen duftenden und rauchigen Noten eignet sich gut als Raclettekäse. Prinzipiell gilt eine einfache Grundregel: Ein trockener Weißwein passt am besten zum Raclette. Er sollte jedoch gleichzeitig eine gewisse Fülle haben, um den fettigen Charakter des Käses zur Geltung zu bringen.

Vom französischer Rotwein über den Schweizer Weißwein bis zum deutschen Winzersekt: Dass die unterschiedlichsten Weine das Zeug dazu haben, den Geschmack von Käse, Wurstwaren oder anderen Beilagen wunderbar zu unterstreichen, ist allseits bekannt - wobei hier mitunter viele Halbwahrheiten kursieren ... Also, was für ein Wein eignet sich wirklich in Kombination mit einem Raclette-Essen? Die Wahl des richtigen Weins ist – wie immer bei Wein - eine Frage des Geschmacks und nicht zuletzt der Balance. Die Wein-Raclette-Kombination sollte die Aromen betonen können, die durch die Verbindung der schmelzenden und seidigen Textur der Kartoffeln mit der wärmenden, vollen und großzügigen Textur des Käses entstehen, die sich im Abgang durchsetzt.

Für Fleischesser gilt: Je nachdem, welche Art von Aufschnitt Sie wählen, d. h. weißen Schinken, trockenen Schinken, Salami, Coppa, getrocknetes Bündnerfleisch, Salami oder Rosette, sollten Sie einen etwas kräftigeren Wein zu Ihrem Raclette wählen.

Während man bei einem Käsegericht entgegen aller sich hartnäckig haltender Vorurteile grundsätzlich eher einen trockenen Weißen bevorzugen sollte, kann man zu einem Raclette auch rote Tropfen trinken - vorausgesetzt, man beachtet einige Regeln. 

Welcher Weißwein passt zu Raclette?  

Erinnern wir uns an eine kleine, einfache Grundregel. Sie sollten wissen, dass Weißwein und Raclette im Prinzip ein perfektes Match darstellen. Denn auch wenn Raclette im Allgemeinen mit Kartoffeln und Wurstwaren serviert wird, ist der Käse das Schlüsselelement dieses geselligen Essens. Raclettekäse aus gepresstem, ungekochtem Teig passt sehr gut zu einem trockenen Weißwein. Um die richtige Wahl zu treffen, sollten Sie sich für trockenen Wein entscheiden, der jedoch gleichzeitig rund genug ist, um den fettigen Charakter des Käses zur Geltung zu bringen.

Bourgogne

Zu vermeiden sind trockene, mineralische, spannungsreiche Weine wie ein Chablis oder ein Puligny-Montrachet aus dem Burgund. Bevorzugen Sie stattdessen volllmundige Weine mit einem strukturierten Mund, der eine schöne Frische bewahrt, und einer moderaten Säure, die es ermöglicht, den Mund durchzuspülen. Wer nichts falsch machen will, sollte einen trockenen weißen Burgunder als perfekten Raclette-Begleiter wählen. Entscheiden Sie sich für einen Wein mit einer präsenten, aber moderaten Säure und einem schönen Körper im Mund. Französische Weinsorten wie Saint-Véran, Mâcon-Villages oder Pouilly-Fuissé harmonieren perfekt.

Bordeaux

Sie können auch eine Kombination mit einem weißen Bordelais versuchen. Ein leicht holziger Graves oder ein voller, generöser Pessac-Léognan eignet sich wunderbar zu Raclette.

Rhône

Sie möchten Ihre Gäste überraschen? Probieren Sie einen aromatischen, warmen Rhône-Tal-Weinen aus den Appellationen Côtes du Rhône, Saint-Péray, Crozes-Hermitage, Saint-Joseph oder Lirac. Wer neugierig ist, sollte seine Papillen mit einem weißen Languedoc oder Roussillon überraschen.

Weißweine aus Frankreich und der Schweiz

Wie so oft bei einem Pairing von Speisen und Weinen, sollten Sie sich von den Akkorden der regionalen Küche leiten lassen. Raclette ist Schweizer Kulturgut - dementsprechend gut passt ein Schweizer Wein. Versuchen Sie beispielsweise eine Kombination mit einem weißen Wallis aus der Rebsorte Arvine, oder mit einem Weißwein aus der französischen Savoie, der aus den Rebsorten Altesse, Roussanne (auch Chignin und Bergeron genannt) sowie Jacquère (auch Apremont genannt) hergestellt wird. Auch die Weißweine aus dem Jura von Arbois passen sehr gut zu einem Raclette.

Rotwein zu Raclette - am liebsten fruchtig!

Es ist durchaus möglich, einen Rotwein zu Raclette zu servieren, insbesondere dann, wenn es sich um ein Raclette mit Wurstwaren handelt. Bevorzugen Sie Rotweine mit wenig Tannin und einer nicht zu aufdringlichen Struktur, damit die Bitterstoffe nicht zu stark hervortreten.

Die fruchtigen Rotweine aus dem Beaujolais, die aus der Gamay-Traube gewonnen werden, passen ausgesprochen gut zu Raclette. Probieren Sie es mit einem samtigen Rotwein aus Morgon, einem Saint-Amour oder auch einem Juliénas und einem Chénas. Die Rotweine aus dem Beaujolais sind eine besonders gute Raclettebegleitung, da sie die seidige, zartschmelzende Textur der Kartoffeln hervorheben.

Liebhaber der Loire-Weine trinken am besten einen Rotwein aus Saumur-Champigny, einen IGP-Wein aus dem Val de Loire oder einen roten Sancerre-Wein aus Pinot Noir, ihre elegante und feine Struktur ist ein ideal in Verbindung mit Raclette und Wurstwaren. Wer wiederrum die großen Rotweine aus Burgund liebt, kann das Raclette mit einem roten Côtes-de-Nuits oder Beaune Rotwein genießen.

Bei allen Regeln und Pairing-Tipps ...

Was generell für Wein und Food-Pairing gilt, trifft selbstverständlich auch hier zu. Was für die einen der perfekt Raclettewein ist, bringt andere nicht gezwungenermaßen ins Schwelgen. Und das ist natürlich auch gut so, denn gerade diese von Person zu Person unterschiedlichen sensorischen Wahrnehmungen haben das Zeug für abendfüllenden Gesprächsstoff!

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